Simferopol, die Hauptstadt der Krim, ist fuer viele Touristen nur Durchgangstation auf dem Weg in den Sueden. Zu Unrecht, denn als kulturelles und wirtschaftliches Zentrum hat die Stadt einiges zu bieten. Sie ist auch ein guter Ausgangspunkt fuer Erkundungen der Westkueste.
Die Hauptstadt Simferopol ist das kulturelle und wirtschaftliche Zentrum der Krim. Fast in der geographischen Mitte der Halbinsel zwischen Steppen- und Bergregion gelegen, ist Simferopol auch der Verkehrsknotenpunkt. Hier laufen die wichtigsten Strassen zusammen, von hier aus ist die Krim an die Ukraine und Russland angeschlossen. In der Nachkriegszeit wurde die 1395 Kilometer lange Strassenverbindung Simferopol — Moskau fertiggestellt. Von ihrer symbolischen Bedeutung zeugen die Wegweiser an einigen Strassenkreuzungen, die neben Orten der Umgebung auch Moskau als weiteren Orientierungspunkt angeben. Lange an zweiter Stelle, ist Simferopol mittlerweile mit 344 000 Einwohnern (im Jahr 2001) die groesste Stadt der Krim und hat damit Sevastopol (342 000 Einwohnern) knapp ueberholt.
Simferopol besitzt den einzigen internationalen und mittlerweile modernen Flughafen der Krim und ist haeufig nur Durchgangsstation von Touristen auf ihrem Weg zur Suedkueste. Zu Unrecht — denn gerade diese Stadt vermittelt einen guten Eindruck vom Alltagsleben auf der Krim, das bei weitem mehr Facetten aufweist als nur Urlaubsstimmung und Sanatoriumsatmosphaere in den Kurorten.
Simferopol wird durch zwei Gebirgszuege im Sueden geschuetzt, die jaehrliche Durchschnittstemperatur liegt bei 10,2 °C. Die heissesten Monate sind Juli und August mit 30 bis 38 °C. Druekende Luft und trockener Staub bestaetigen dann den ironischen Zweitnamen "Simferopyl" — pyl bedeutet auf russisch "Staub". Arge Wasserprobleme machen der Stadt vor allem in der heissen Sommern zu schaffen. Der Wasserhahn blebt fuer private Haushalte mitunter mehrere Tage abgestellt, zeitweilig ist ein aus dem Dnipro gespeister Kanal die einzige Wasserquelle.
Mitten durch die Stadt schlaengelt sich der Salgir, der laengste Fluss der Krim. Frueher ein maechtiger Strom, ist er heute an vielen Stellen nicht mehr als ein Bach, der im Sommer rasch austrocknet. Der Salgir, schon von Puschkin in seinem Poem "Bachtschisarajskij Fontan" als Symbol der Krim gepriesen, entsteht einige Kilometer suedoestlich von Simferopol aus dem Zusammenfluss von kleineren Fluessen und Baechen. Gleich hinter dem Ortsausgang von Simferopol, auf der linken Strassenseite in Richtung Suedkueste, wurde Anfang der 1950er Jahre ein Wasserschutzgebiet mit Stausee angelegt, durch den der Salgir hindurch fliesst. Der See wird mitunter das "Meer von Simferopol" genannt und fuegt sich mit seiner Lage vor einem kleinen Berghang in die Wald- und Grasumgeburg ein wie ein natuerlicher See. Er laedt zum Spaziergang oder Picknick ein und bietet Zuflucht vor dem betriesamen Alltag der Stadt.