Der Massandra-Palast befindet sich oberhalb des eigentlichen Ortes Massandra. Der Massandra-Palast vereint verschiedene Baustile und diente zeitweilig auch Stalin als Datscha. Außerdem wurde das Gebäude im Laufe seiner Geschichte bereits als Tuberkuloseklinik und das Lazaret für deutsche Soldaten genutzt. Seit 1991 ist das Schloß für die Öffentlichkeit als Museum zugänglich.
Das Anwesen Massandra gehörte Ende 19. Jahrhunderts Semön Michajlowitsch Woronzow, dem Sohn des früheren Generalgouverneurs von Neurussland, Michail Sergeewitsch Woronzow, unter dessen Regie in den 1830er Jahren der Palast von Alupka entstand. Schon damals befand sich hier eines der größten Gebiete für Wein- und Tabakanbau auf der Halbinsel Krim. Semön Michailowitsch ließ 1878 in Massandra einen Palast im Stil der französischen Renaissance bauen. Der Auftraggeber starb kurz vor Abschluß der Arbeiten, die daraufhin vorerst ruhten. 1889 wurde das Landgut der Verwaltung des Zarenhofes unterstellt, die Bauarbeiten wurden unter Alexander III. beendet. Durch den Architekten Michail Mesmacher bekam der Palast als Sommerresidenz des Zaren sein heutiges Aussehen mit den zahlreichen Verander und Balkonen, kleinen Türmen und Erkern. Das Innere des Palastes ist reich ausgestattet, wenngleich durch die vielen verschiedenen Besitzer recht uneinheitlich.
Bei der Besichtigung gelangt man nach einem kurzen Gang durch den ersten Stock, in dem unter anderem das Eßzimmer mit Originalgeschirr aus Zarenzeiten zu bewundern ist, in die Gemächer der zweiten Etage. Hier kann man den "männlichen" und den "weiblichen" Teil des Schlosses mit Empfangsräumen, Badezimmern und weiteren Räumlichkeiten besichtigen. In beide Teile führt jeweils eine Wendeltreppe. Die Besichtigung der zweiten Etage beginnt am Ende der Wendeltreppe in den Gemächern von Marija Födorowna, der Frau von Zar Alexander III. Durch einen Korridor gelangt man in das Empfangszimmer des Zaren. Darauf folgt sein Arbeitszimmer mit Boden und Wandverkleidung aus Nußholz, die Möbel hier stammen aus dem 19. Jahrhundert. Als größten Schmuck des darauffolgenden Schlafzimmers bezeichnen die Museumsführerinnen das in einem Winkel schräg einfallende Sonnenlicht.
An den Palast schließt sich auf drei Terrassen ein Park an mit Brunnenm Wasserbecken, Skulpturen und anderen Verzierungen. Von dem fast ebenen Teil des Parkes aus, in dem der Palast steht, öffnet sich der Blick bis zum Meer.
Museum ist der Palast seit 1992. Bis dahin hatte er den Spitzen der sowjetischen Nomenklatur "gehört", die hier Urlaub machten. Neben den prächtigen Räumen ist auch die Landkartensammlung aus dem 16. und 17. Jahrhundert sehenswert.