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Jewpatorija

Jewpatorija ist mit 150 565 Einwohnern (im Jahr 2011) das Zentrum der Krim-Westküste. Die Stadt Jewpatorija liegt im Norden der Kalamitskij-Bucht, die sich nach Süden bis zum Kap Lukull erstreckt. Jewpatorija blickt auf 2800 Geschichte zurück. Der Ort Jewpatorija vereinigt günstige klimatische Bedingungen — überdurchschnittlich viel Sonne und eine Mischung aus Meeresluft und trockener Steppenluft — mit schönen Sandstränden, seichtem Wasser, Schlammbädern und Thermalquellen.

Im 6. Jahrhundert vor Christus entstand auf dem Gebiet des heutigen Jewpatorija die griechische Siedlung Kerkinitida. Die Stadt trieb ebenso wie Chersones lebhaften Handel mit anderen Schwarzmeerstädten. Noch heute sind Überreste einer griechischen Handelsniederlassung im Stadtteil von Jewpatorija — Tschajka zu besichtigen. Am östlichen Ende der Uferpromenade (Nabereschnaja Gorkogo) im Süden der Stadt Jewpatorija zeugen vereinzelte Überreste der griechischen Stadtmauer von der einstigen Kolonie.

Noch vor den Griechen bewohnten Kimmerier, Taurier und Skythen die Bucht des heutigen Jewpatorija. In Tschajka wurden neben den griechischen Ruinen auch Mauern aus skythischer Zeit entdeckt. Im 4. Jahrhundert vor Christus verlor Kerkinitida seine Unabhängigkeit an Chersones. Noch jahrhundertelang rangen Griechen und Skythen um die Vorherrschaft an der Westküste der Krim, bis die Stadt im 3. nachchristlichen Jahrhundert schließlich den Hunnen in die Hände fiel. Nach Jahrhunderten der Bedeutungslosigkeit entstand hier nach dem Türkeneinfall Ende des 15. Jahrhunderts wieder eine Festung: Geslew. Der Name setzt sich aus den türkischen Wörtern für „Haus“ und „Auge“ zusammen, denn zur damaligen Zeit wurden kleine Häuser mit winzigen runden Fenstern, den „Augen“, errichtet. Der türkische Hafen entwickelte sich schon bald zu einem befestigten Handelsplatz.

Erst unter Katharina II. wurde der Ort Jewpatorija benannt, weil die Zarin glaubte, ihm damit seinen alten Namen zurückzugeben. Doch dies war ein Irrtum: Wie sich später herausstellte, lag die antike griechische Festung mit dem Namen Jewpatorija nicht im Norden, sondern im Süden der Kalamitskij-Bucht.

Nach dem Beschluss Lenins, die Krim zum Erholungsheim der Sowjetunion zu machen, wurde Jewpatorija zum bedeutendsten Kurort der Krim-Westküste. So entwickelte sich die Stadt zum „All-Unions-Kinderkrankenhaus“. Noch heute sind mehr als die Hälfte der Sanatorien Kindern vorbehalten.

Entlang der Alleen des sauberen und gepflegten Zentrums spenden hohe Bäume in der Mittagshitze Schatten. Auch die ufernahen Parks laden zu Spaziergängen ein. Das viele Grün ist nicht von der Natur gegeben, sondern Ergebnis durchdachter Planung: Weil Jewpatorija in der Steppenzone liegt, wurde alles künstlich angelegt.

Jewpatorija führt deutlich die kulturelle Vielfalt vor Augen, die für die Krim insgesamt so typisch ist. So fallen vom Strand aus die Minarette der Moschee Dschuma-Dschami in der Str. Rewolucii ins Auge. Vor 400 Jahren wurde sie von dem türkischen Baumeister Sinan errichtet. Das schöne Gebäude wird seit einigen Jahren wieder von den Krimtataren als Moschee genutzt. Ein weiteres türkisches Bauwerk aus dem 16. Jahrhundert ist das türkische Bad in der Str. Krasnoarmejskaja 20. Bis in die 80er Jahre hinein wurde das einstmals prächtige Bad noch benutzt. Dann verfiel es. Vor 14 Jahren schaffte man den Schmutz beiseite. Seitdem können Besucher ihrer Phantasie freien Lauf lassen. Nur wenige Meter entfernt steht seit 1898 die orthodoxe Nikolaj-Kirche.

Jewpatorija ist seit 1837 Mittelpunkt des religiösen und kulturellen Lebens der Karaimer auf der Krim. Die Karaimer sind ein kleines Turkvolk mit einem der jüdischen Religion verwandten Glauben. An der Str. Karaimskaja 68, die erst seit kurzer Zeit so heißt, befinden sich zwei Gebetshäuser, sogenannte Kenassen, die ein Teil des karaimischen Zentrums sind. Das Zentrum, zu dem weiter ein karaimisches Museum und ein kleines Restaurant mit sehr empfehlenswerten karaimischen Spezialitäten gehören, steht auch für interessierte Touristen offen.

Jewpatorija ist seit 1837 Mittelpunkt des religiösen und kulturellen Lebens der Karaimer auf der Krim. Die Karaimer sind ein kleines Turkvolk mit einem der jüdischen Religion verwandten Glauben. An der Str. Karaimskaja 68, die erst seit kurzer Zeit so heißt, befinden sich zwei Gebetshäuser, sogenannte Kenassen, die ein Teil des karaimischen Zentrums sind. Das Zentrum, zu dem weiter ein karaimisches Museum und ein kleines Restaurant mit sehr empfehlenswerten karaimischen Spezialitäten gehören, steht auch für interessierte Touristen offen. Direkt hinter dem mächtigen Eingangsportal liegt ein von Weinreben überwachsener und mit weißen Säulen abgeschlossener Innenhof, an dessen Wänden verschiedene Tafeln mit hebräischen Inschriften aus der Thora angebracht sind. Dahinter schließen sich rechts die kleine und links die große Kenasse an. Zwischen den Gebetshäusern steht ein Denkmal, welches die Karaimer 1851 zur Erinnerung an den Besuch von Zar Aleksandr I. 1825 in Jewpatorija aufgestellt hatten. An den Seiten befinden sich zudem ein kleiner Friedhof und eine Gedenktafel für die im Zweiten Weltkrieg gefallenen Krim-Karaimer.

Die kleine Kenasse erstrahlt — wie übrigens auch der ganze Innenhof — seit der von einem kürzlich verstorbenen wohlhabenden Karaimer aus Paris finanzierten Restaurierung im Jahr 1999 wieder in neuem Glanz. Die weiß getünchten Mauern und Säulen bieten besonders im Abendlich einen wunderschönen Anblick. Der Gebetsraum der Kenasse, der stark an eine Synagoge erinnert, darf nur von Männern betreten werden. Vorschrift ist zudem eine Kopfbedeckung, die Schuhe müssen ausgezogen werden. Hier versammeln sich seit 1999 jeden Samstag, dem Sabbat, sowie an Feiertagen rund 50 Karaimer zum zweisprachigen russisch-karaimischen Gottesdienst, dem ihr Geistlicher Viktor Tiriaki vorsteht. Er gehört zu den wenigen, die die karaimische Sprache noch sprechen und gerne bereit, interessierte Touristen nach Voranmeldung durch die Anlage zu führen.

Die Restauration der großen Kenasse steht noch bevor, man will dort in Zukunft das karaimische Museum unterbringen. Dieses befindet sich zurzeit noch in einem kleinen Raum des Nebengebäudes rechts des Eingangsportals. Das 1995 eröffnete Museum ist das Lebenswerk von Semita Isaakovna Kuschul (1906 — 1996). Sie sammelte rund 2000 Gegenstände aus dem Leben und Alltag der Karaimer. Zu sehen sind Geschirr, Nationaltrachten, Bibel-Taschen, ein Heiratsvertrag, Fotografien und vieles mehr. Einige Exponate sind bis zu 500 Jahre alt, aufgrund der prekären Platzverhältnisse kann aber nicht gezeigt werden.

Jewpatorija

Jewpatorija. Karaimische Kenasse.

Jewpatorija. Fire show.

Jewpatorija. Einfahrt.

Jewpatorija. Strand.

Jewpatorija. Bahnhof.

Jewpatorija. Moschee Dschuma-Dschami.

Jewpatorija. Moschee Dschuma-Dschami.

Jewpatorija. Orthodoxe Nikolaj-Kirche.

Jewpatorija. Kenasse.

Jewpatorija. Kenasse. Innenhof.

Jewpatorija. Kenasse. Innenhof.

Jewpatorija. Kenasse.

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