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Foros

Westlich von Simejis verengt sich der schmale Streifen der Südküste immer mehr. Die Küstenstraße nach Sevastopol verläuft hier entlang der sogenannten Kastropol-Wand des Krimgebirges, die bei Bergsteigern berühmt und beliebt ist.

Diese Wand läßt sich über die «Teufelstreppe» erklimmen. Die Bezeichnung «Treppe» ist allerdings übertrieben.

Es handelt sich lediglich um alten Pfad, der aber historische Bedeutung hat: In vergangenen Zeiten verlief hier der Weg von der Süsküste nach Chersones. Schon römische Legionäre sollen ihn als Verbindung zwischen ihren Lagern im Westen und im Süden benutzt haben. Vereinzelt lassen sich Reste von Befestigungen entdecken.

Der Ort Foros schließlich bildet den westlichsten Punkt von Groß-Jalta. Es wird vermutet, dass er im Mittelalter eine Zollstation oder eine Steuerstelle war, so zumindest ließe sich der Name erklären, der im Griechischen unter anderem die Bedeutung «Tribut» hat.

Allerdings kann das Wort auch noch andere Bedeutungen Tragen: Windstoß, Wind, Markt. Mittelpunkt des kleinen Ortes ist das Hotel und Sanatorium «Foros».

Eine Besonderheit des Sanatoriums liegt in seiner extremen Hanglage. Man tritt scheinbar ebenerdig in das Gebäude ein, befindet sich aber eigentlich im fünften Stock, da auf der Küstenseite bereits eine ganz andere Höhe erreicht ist.

Der riesige Gebäudekomplex aus den 1980er Jahren grenzt an einen Park, dessen schönstes Eckchen den bescheidenen Namen «Raj» (Paradies) trägt. Der liebevoll angelegte Park liegt, wie das Sanatorium, direkt am Meer.

Im Park befindet sich das Landhaus Tesseli (vom griechischen Wort für Stille, Ruhe), in dem der Schriftsteller Maksim Gorkij von 1933 bis 1936 wohnte.

Seine bedeutende Entwicklung erfuhr Foros wohl in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. 1865 hatte der «Teekönig», der Moskauer Kaufmann Aleksej Kusnezow, das mehr als 300 Hektar große Anwesen von Foros gekauft und investierte von nun an viel in die Entwicklung des Ortes. Zu seiner Zeit entstand in Zusammenarbeit mit großen Gartenbau-Architekten der Park von Foros.

Der eigentlicher Ort Foros ist in fünf bis zehn Minuten vom Sanatorium aus zu Fuß zu erreichen. Mit seinen weniger als 2000 Einwohnern erwacht Foros nur in der Urlaubssaison zum Leben. Ein kleiner Markt und einige Geschäfte — mit überdurchschnittlichem Angebot — haben sich ganz auf die Touristen eingestellt. Und schon die hiesigen Preise lassen erahnen, dass sich überwiegend zahlungskräftige Gäste in Foros aufhalten.

Nur wenige Kilometer vom Sanatorium entfernt am südlichsten Punkt der Krim, dem kap Sarytsch, lag die Datscha von Michail Gorbatschow, die 1991 unerwartet Berühmtheit erlangte. Während des August-Putsches wurde hier der letzte Präsident der Sowjetunion für einige Tage von seinen konservativen Gegnern festgehalten und von der Außenwelt abgeschnitten. Diese Ereignisse beschleunigten den Untergang der Sowjetunion.

Das Gelände ist weiterhin wichtigen Persönlichkeiten vorbehalten und kann nicht besichtigt werden. Die Datscha des ehemaligen ukrainischen Präsidenten Kutschma befindet sich in Muchalatka, einige Kilometer östlich von Foros.

Oberhalb von Foros verzweigt sich die Küstenstraße. Die alte Straße, die ebenso wie die neue Jalta mit Sewastopol verbindet, schlängelt sich zu dem 527 Meter hoch gelegenen Bajdarskij-Paß hinauf. Oben erinnert ein massiver pseudo-antiker Torbogen (Bajdarskije Worota) an die Fertigstellung der Straße im Jahre 1848. Er bildet die Grenze zwischen dem südlichen und dem westlichen Teil der Krim.

Wer den Blick von den Bajdarskije Worota hangabwärts wandern läßt, entdeckt sofort die weithin sichtbare Kirche von Foros. Die sehenswerte Kirche mit mehreren goldverzierten Kuppeln wurde Ende des 19. Jahrhunderts auf einem kleinen Felsplateau errichtet, 400 Meter über dem Meer.

Über ihre Entstehungsgeschichte existieren mehrere Versionen. Einer Version zufolge ließ ein Graf die Kirche als Dank an Gott dafür erbauen, dass seine Tochter eine große Gefahr an dieser Stelle lebend überstanden hatte: Nachdem die Pferde ihrer Kutsche durchgegangen waren, steuerten sie auf den Abgrund zu. Direkt an dieser Schwelle blieben sie wie durch ein Wunder stehen.

Eine andere Version erklärt den Bau der Kirche als Dank dafür, dass die Familie des Zaren Alexander III. im Jahre 1888 nur knapp einem Eisenbahnunglück entgangen war.

Nach ihrer Schließung in den 1930er Jahren war die Kirche arg in Mitleidenschaft gezogen worden, 1992 erhielt die orthodoxe Gemeinde sie zurück. Diese machte sich gleich an die Arbeit, und so wurde die Kirche in den letzten Jahren grundlegend restauriert und ist nun wieder ohne Baugerüste und in voller Schönheit zu bewundern. Am Eingang wird auf einer Tafel dem ukrainischen Präsidenten Kutschma für seine Unterstützung bei der Restaurierung gedankt.

Zur Kirche fahren keinerlei öffentliche Verkehrmittel, nur an besonderen Feiertagen werden mitunter Sonderbusse eingesetzt. So kommen die Gläubigen aus den benachbarten Ortschaften entweder per Auto oder Taxi, sofern sie sich dieses leisten können, oder aber zu Fuß. Nicht selten legen vor allem ältere Damen den weiten, für manche mehrere Stunden dauernden Weg hinauf zu Fuß zurück. Von der neueren Straße nach Sewastopol ist kurz hinter Foros ein Leuchtturm zu sehen. Dieser markiert das Kap Sarytsch.

Foros

Foros. Kusnezow-Palast.

Foros. Kusnezow-Palast.

Foros. Kusnezow-Palast.

Foros. Kusnezow-Palast.

Foros. Kirche von Foros.

Foros. Kirche von Foros.

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